|
Die Haupt- und Realschule in Hessen
Drucken |
Schüler sollen in allen Bildungsgängen eine qualitativ hochwertige Bildung und Erziehung genießen können.
Die ACDL unterstützt das System der Schulvielfalt in Hessen. Hessische Schüler sollen in allen Bildungsgängen eine qualitativ hochwertige Bildung und Erziehung genießen können. Die Begabungen der Schüler – ob theoretisch oder praktisch – sowie die Defizite sollen frühzeitig erkannt und individuell gefördert werden. Die Anschlussfähigkeit an weiterführende Schulen soll zwischen den Bildungsgängen erhalten und ausgebaut werden. Deshalb sind wir der Meinung, dass eine Abschaffung der Hauptschule nicht zu einer besseren Bildung und Erziehung führt. Hauptschülerinnen und Hauptschüler, die grundsätzlich einer besonderen Unterstützung und Begleitung bedürfen, wird es trotzdem geben. Wir sind für die Weiterentwicklung der Hauptschule zu einer begabungsgerechten „Praxisschule“ auf der Grundlage der überaus positiven Ergebnisse der SchuB-Klassen in Hessen. Hauptschülerinnen und Hauptschüler sollen durch » mehr sozialpädagogische Förderung, » eine Konzentration der Unterrichtsinhalte auf die Fächer Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik, » kleinere Klassen, » höhere praktische Unterrichtsanteile und » den Ausbau von betrieblicher Erfahrung im Rahmen der Berufsorientierung (Betriebspraktika und kontinuierliche Praxistage) individuell zum Erfolg geführt werden – unabhängig wie diese Schulform bezeichnet wird. Wir sind davon überzeugt, dass jede Hauptschülerin und jeder Hauptschüler im Anschluss an diesen weiterentwickelten Bildungsgang vielfältige Chancen im künftigen Arbeitsmarkt oder in weiterführenden Schulen haben wird. Für Haupt- und Realschulen ist das Ganztagsangebot prioritär auszubauen. Nur durch zusätzliche Zuweisungen an die Schulen lassen sich gezielte Fördermaßnahmen umsetzen. In der Realschule sind dies beispielsweise: » Ausbau von gezielten Förderangeboten » Einführung eines individuellen Konzeptes zur Berufsorientierung – verbunden mit einer fundierten frühzeitigen Kompetenzfeststellung » Besondere Fördermaßnahmen für lernstarke Realschüler, die im Anschluss an den Mittleren Abschluss auf die gymnasiale Oberstufe übergehen wollen » Vermehrte und interessante Angebote im Wahlpflichtbereich oder Arbeitsgemeinschaften, beispielsweise mit naturwissenschaftlichen Themen oder musikalischen Angeboten Diese Qualitätsverbesserungen sollen nach Meinung der ACDL am besten „vor Ort“ – in der selbstständigen Schule geschehen. Voraussetzung dafür ist eine deutlich höhere Zuweisung, um » die o.g. Maßnahmen realisieren zu können und die » Schulleitung sowie die Lehrkräfte dafür entlasten zu können. Die Erweiterung der Schulleitungen durch zusätzliche „Konrektoren zur Wahrnehmung von Schulleitungsaufgaben“ wird ausdrücklich begrüßt. Die Anzahl der Schulleitungsmitglieder, deren Besoldung, die Deputate und vor allem die Lehrerarbeitszeit sollte von der Schülerzahl und nicht von dem Bildungsgang abhängen, weil in allen Schulformen eine gute Arbeit geleistet wird und die Belastung vergleichbar ist. Um eine sinnvolle Personalentwicklung in den Schulen betreiben zu können, sollten auch im Haupt- und Realschulbereich Beförderungsstellen – wie in Gymnasien – oder andere Leistungsanreize geschaffen werden.
Sven Holzhauer Schulleiter einer Haupt- und Realschule |
|