Das Gymnasium vermittelt unseren Schülerinnen und Schülern eine vertiefte allgemeine Bildung und eine umfassende Persönlichkeitsbildung. Das Gymnasium vermittelt unseren Schülerinnen und Schülern eine vertiefte allgemeine Bildung und eine umfassende Persönlichkeitsbildung. Unterricht und Erziehung ermöglichen den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus eine ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Schwerpunktbildung. Das Gymnasium baut als weiterführende Schulform auf der Grundschule auf. Es umfasst in der traditionellen Form die Mittelstufe (Sekundarstufe I) und die Oberstufe (Sekundarstufe II).
Seit dem Schuljahr 2005/06 haben die Schulen damit begonnen, eine Schulzeitverkürzung im gymnasialen Bildungsgang von neun auf acht Jahre einzuleiten. Mit der Einführung des 8-jährigen Gymnasiums zieht Hessen bei der Schulzeit mit fast allen anderen Bundesländern und den meisten europäischen und sehr vielen außereuropäischen Staaten gleich. Bei Gymnasien, die nur die Mittelstufe umfassen, wird der gymnasiale Bildungsgang an der Oberstufe eines benachbarten Gymnasiums oder an einer selbständigen gymnasialen Oberstufenschule fortgesetzt.
In Hessen gibt es derzeit 160 öffentliche und private Gymnasien, davon 124 Gymnasien mit und 14 ohne gymnasiale Oberstufe sowie 22 gymnasiale Oberstufenschulen. Das deutsche Gymnasium zählt laut PISA zu den weltweit erfolgreichsten Schulformen. Mit dem Landesabitur wurde der hessische gymnasiale Bildungsabschluss im Bundesvergleich gestärkt und mit der Schulzeitverkürzung dafür gesorgt, dass Hessens Schülerinnen und Schüler im Bundes- und internationalen Vergleich nicht zurückstehen müssen. Die CDU möchte zukünftig die erfolgreiche Schulform des Gymnasiums erhalten und weiter ausbauen. Dafür soll auch das hohe Niveau der Gymnasiallehrerausbildung in Zukunft gesichert und fortentwickelt werden. Bei der kommenden Erstellung der Bildungsstandards soll Wert auf die Beibehaltung der hohen inhaltlichen Anforderungen im Gymnasium gelegt werden, um die Studierfähigkeit langfristig verbessern zu können. Im Rahmen der Schulzeitverkürzung werden auch die Lehrpläne entrümpelt sowie die Kooperation mit den Schulträgern in Bezug auf die Ausgestaltung des Nachmittagsunterrichts und der entsprechenden Angebote intensiviert. Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen, aber auch mit Unternehmen soll gestärkt werden, um frühzeitig Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge zu erhalten und späteren Erfolg in Studium und Beruf zu fördern. Das erfolgreich gestartete Landesabitur soll fortgeführt werden, damit sowohl eine verbindliche Wissensbreite als auch individuelle Kreativität gewahrt bleiben. Die schulformbezogene Lehrerausbildung für das Gymnasium bleibt erhalten.
Die SPD dagegen sagt dem von Eltern sowie Schülerinnen und Schülern gewollten vielgliedrigen hessischen Schulsystem den Kampf an. Der durch die nationalsozialistische Zeit geprägte Begriff der „Selektion“ zieht sich wie ein roter Faden durch das sozialdemokratische Wahlprogramm als Vorwurf gegen ein differenziertes Bildungsangebot, wie es die CDU favorisiert. Dass der frühere Bundespräsident Roman Herzog zu Recht darauf hingewiesen hat, dass es einer nochmaligen Entwürdigung der Opfer gleichkomme, wenn nationalsozialistische Begriffe leichtfertig benutzte Vokabeln in sehr vordergründigen politischen Debatten werden, interessiert die SPD dabei nicht.
Aus ihrem Ziel machen die Sozialdemokraten keinen Hehl: „Wir streben eine Schulstruktur an, in der alle weiterführenden Schulen bis zur Klasse 10 eine gemeinsame Mittelstufe anbieten.“ Das bedeutet in der Konsequenz die Abschaffung des Gymnasiums, die Einheitsschule für alle statt differenzierter Schulformvielfalt. Entsprechend sind auch die damit zusammenhängenden Forderungen der SPD: schulformunabhängige Bildungsstandards, Abschaffung von schulformbezogenen Lehrplänen und Stundentafeln, Abschaffung der Schulformempfehlung der Grundschule, Abschaffung von Querversetzung und Sitzenbleiben, Abschaffung der schulformbezogenen Lehrerausbildung sowie Rücknahme der Schulzeitverkürzung. Allein die Rücknahme der Schulzeitverkürzung hätte zur Folge, dass hessische Schülerinnen und Schüler im nationalen und internationalen Vergleich zurückfallen würden. Mittlerweile haben die Schulen viel Zeit und Arbeit in eine erfolgreiche Umstellung investiert und organisatorisch sind alle Weichen gestellt. Weder Schulen noch Eltern sowie Schülerinnen und Schüler wollen jetzt eine 180-Grad-Wende und eine Rolle rückwärts.
Die von der SPD geforderte Abschaffung der schulformbezogenen Lehrerausbildung bedeutet auch das Ende des Berufsstandes der Gymnasiallehrerinnen und -lehrer sowie der entsprechenden wissenschaftspropädeutischen Ausrichtung der Gymnasiallehrerausbildung. Nach Abschaffung der Gymnasien wird es in der sozialdemokratischen Einheitsschule auch nur den Einheitslehrer geben. Dass es durchaus Sinn macht, Kinder mit unterschiedlichen Begabungen und Neigungen auch von entsprechend differenziert ausgebildeten Lehrkräften unterrichten zu lassen, bleibt bei der SPD unberücksichtigt. |